
bw Campus Community Jahr 2025 im Überblick – Ergebnisse der Fokusgruppen
In diesem Jahr ist viel passiert! Mehr als 400 neue Mitglieder haben sich in der Community registriert. Etwa 700 aktive Nutzer:innen haben sich an dem Communityleben beteiligt. Es wurden knapp 450 Events, 27 neue Projekte, 64 Ausschreibungen und 100 News mit der Community geteilt. Vier neue Gruppen wurden eröffnet.
Es war erneut an der Zeit, die Plattform zu evaluieren. Zu diesem Zweck wurden drei Fokusgruppeninterviews mit Nutzer:innen der Plattform durchgeführt. Dabei wurden die Teilnehmer:innen zu den Themen Akzeptanz und Nutzungsverhalten der Plattform sowie zu ihren Vorstellungen einer idealen Plattform befragt.
Heute möchten wir Sie über die Ergebnisse der Auswertung informieren.
Ziel der Fokusgruppeninterviews war es, das unterschiedliche Nutzungsverhalten und die Akzeptanz der Plattform sowie die subjektiven Eindrücke und Haltungen bzw. Bedarfe qualitativ auszuwerten und einzuordnen.
Es wurden drei Fokusgruppeninterviews durchgeführt. Dabei wurden jeweils Mitglieder aus
befragt.
Die erfahrungsbasierten Einschätzungen der Mitglieder zu den folgenden Fragestellungen wurden erhoben und in anonymisierter Form mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet:
- Welches Nutzungsverhalten zeigt sich?
- Welche Bedarfe bestehen zur Optimierung der Plattform?
- Wie ist die Akzeptanz der Plattform bw Campus Community?
Die Analyse der erhobenen Daten zeigt, dass die Nutzung der Plattform durch Heterogenität geprägt ist, die unterschiedliche Bedürfnisse, Erwartungen und Nutzungsmuster der Teilnehmenden widerspiegelt.
Die allgemeinen Einstellungen der Nutzenden zu der Plattform sind sowohl pragmatisch als auch von hohem Engagement geprägt, wobei die Intensität und Art der Nutzung stark vom Bedarf an Fachinformationen und dem individuellen Nutzen abhängen. Nutzende erkennen vor allem den funktionalen Mehrwert der Plattform für Kommunikation, Vernetzung, Organisation und Informationsbereitstellung.
Die Plattform wird als nützliches „Arbeits- und Netzwerkinstrument“ sowie Instrument zur Informationsweitergabe und als Möglichkeit zur niedrigschwelligen Vernetzung innerhalb der Hochschule sowie auch zwischen den Hochschulen in Baden-Württemberg beschrieben. Besonders hervorgehoben werden die Aspekte:
- „Virtuelle Litfaßsäule“: Veröffentlichung der eigenen Forschungsleistungen, Veranstaltungshinweise, Weiterbildungen etc.
- Dokumentenablage (Vorträge, Dateien, Folien, Protokolle, Sitzungsunterlagen etc.)
- Austausch über spezifische Wissensgebiete hochschulübergreifend (QM, Bibliothek, Didaktik in der Lehre, Resilienz, innovative Konzepte in der Lehre etc.)
- Wahrnehmung als Community
- Recherchetool (Personen, Veranstaltungen, Inhalte)
- Vernetzungsmöglichkeiten
- Veranstaltungsanmeldung (direkte Anmeldemöglichkeiten)
Hauptsächlich wurden folgende Barrieren und Hemmnisse für die Nutzung der Plattform genannt: der zeitliche Aufwand, die Informationsfülle sowie die unterschiedlichen Erwartungen an aktive Teilnahme in den Gruppen. Auch die hohe Fluktuation von Mitarbeitenden, die oft auf befristeten, projektbezogenen Verträgen beruht, beeinflusst die Kontinuität sowie die Motivation der Nutzung.
Gleichzeitig lässt sich aus den Interviews ableiten, dass die Nutzenden Erwartungen an die Plattform haben, die maßgeblich deren Verhalten sowie die Wahrnehmung der Plattform beeinflussen. Sie wünschen sich intuitive Bedienbarkeit, überschaubare Informationsmengen und die Möglichkeit zur Mitgestaltung von Inhalten, bei gleichzeitiger Balance zwischen Engagement und zeitlicher Belastung.
Die thematische Ausrichtung der Gruppen und Diskussionen ist auch ein zentraler Aspekt für die Beteiligung an der Gruppenaktivität. Die Teilnehmenden berichten, dass die Relevanz der behandelten Themen (z. B. Detailfragen zur Akkreditierung, rechtliche Aspekte der Personalplanung, Nutzungsmöglichkeiten von neuen Medien in der Lehre) maßgeblich bestimmt, ob und in welchem Umfang sie sich einbringen.
Themen mit unmittelbarem Bezug zum eigenen Arbeitsfeld oder zu aktuellen Projekten fördern eine aktive und gestaltende Teilnahme, während weniger relevante Inhalte eher zu einer passiven, lesenden Nutzung führen. Es ist auch zu berücksichtigen, dass bestimmte Themen nicht in allen Kontexten gleich relevant sind. Bundesweite oder internationale Fragestellungen, wie etwa Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz, stoßen auf einer regional verankerten Plattform mitunter nur auf begrenzte Resonanz und Mehrwert.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Nutzungsverhalten auf der Plattform durch sechs zentrale Faktoren bestimmt wird. Diese Faktoren wirken in Wechselwirkung miteinander und erklären die beobachtete Vielfalt an Nutzungsweisen – von passiv-lesendem bis hin zu aktivem, -gestaltenden Userverhalten je nach Gruppenzusammensetzung bzw. formaler Gestaltung der Gruppen (offen/geschlossen):
1. Mehrwert für den konkreten Arbeitsalltag
Nutzung der Plattform im Hinblick auf praktische Unterstützung, Erleichterung von Aufgaben, Zeit und Effizienzsteigerung im täglichen Arbeitsumfeld.
2. Thematische Relevanz der Inhalte und Passung
Passung der bereitgestellten Inhalte zu den individuellen Fachgebieten, Projekten und Interessen der Nutzenden.
3. Vernetzungsgrad
Möglichkeiten zur Kontaktanbahnung, Bildung von Expert:innengruppen und zur Förderung von Kooperationen innerhalb des Netzwerks.
4. Grad an Freiwilligkeit oder Verpflichtung
Einfluss der intrinsischen Motivation und der verpflichtenden Teilnahme im Hinblick auf Engagement und aktive Nutzung.
5. Konkurrenz durch andere Plattformen
Nutzungskonkurrenz durch bereits etablierte digitale Werkzeuge wie E-Mail, Teams, LinkedIn oder andere fachbezogene bundesweite/internationale Plattformen.
6. Strukturelle Verankerung der Nutzenden innerhalb der Hochschule
Auswirkungen projektbezogener, befristeter oder freiwilliger Teilnahme auf Kontinuität, Engagement und langfristige Netzwerkbildung.
Bei der Auswertung der Fokusgruppeninterviews haben wir folgende Handlungshinweise für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Plattform abgeleitet, die wir schrittweise umsetzen werden:
- Technische Aspekte: Es sollen folgende Funktionen geprüft und den Nutzenden näher erklärt werden: erweiterte und zuverlässige Benachrichtigungseinstellungen und eine erweiterte Filterfunktion innerhalb der Gruppen
- Kommunikation/Interaktion: Für eine effektivere Nutzung der Plattform erscheint es sinnvoll, Rollen klarer zu definieren, Ziele transparent zu dokumentieren und diese durch verbindliche Kommunikationsregeln zu unterstützen, die individuelle Rahmenbedingungen sowie mögliche technische Einschränkungen berücksichtigen
- Zeitliche Aspekte: Da die Zusammenarbeit einzelner Akteur:innen zeitlich begrenzt sein kann, beispielsweise aufgrund befristeter Verträge oder projektbezogener Aufgaben, sollten verbindliche Strukturen für Wissenstransfer und Dokumentation etabliert werden, die unabhängig von einzelnen Mitgliedern funktionieren, um die Kontinuität des Netzwerks zu sichern.
- Strukturelle Aspekte/Ressourcen: Für die weitere nachhaltige und verbindliche aktive Nutzung der Plattform sind folgende Punkte relevant:
- eine übersichtliche Bereitstellung der Informationen im Hinblick auf die zeitliche und finanzielle Ausrichtung, Nutzen und Zielsetzung der Plattform, um Unsicherheiten zu minimieren
- Marketingmaßnahmen für mehr Sichtbarkeit an den Hochschulen
Herzlichen Dank an alle Communitymitglieder, die an den Fokusgruppeninterviews teilgenommen haben! Wir schätzen Ihr Engagement sehr! Wir bedanken uns auch bei den Admins und bei den Gruppenmitgliedern für tolle Zusammenarbeit! Das war ein schönes Jahr! Weiter so!
Ihr Campus Community-Team
[1] Eine private aktive Gruppe ist eine geschlossene Gruppe, die nur für Gruppenmitglieder zugänglich ist. Solche Gruppen richten sich auf einen begrenzten Personenkreis, bzw. ein geschlossenes Netzwerk, das gemeinsam aktiv an einem Thema arbeitet. Die Mitglieder organisieren regelmäßig Treffen, schreiben/kommentieren Beiträge, legen Dokumente im Bereich Medien ab.
[2] Eine offene aktive Gruppe ist eine für alle Community-Mitglieder ohne Einschränkungen zugängliche Gruppe. Sie wird von einer aktiven Administratorin oder einem aktiven Administrator betreut (dazu zählen auch Gruppen, die ursprünglich aktiv gestartet wurden, inzwischen aber weniger aktiv sind). In einer offenen aktiven Gruppe werden regelmäßige Networking-Treffen organisiert sowie Beiträge und Dokumente/Unterlagen veröffentlicht.
[3] Nicht aktive Gruppen sind alle Arten an Gruppen, die auf bw Campus Community eröffnet wurden, wo keine/wenig Aktivität im oben genannten Sinne insgesamt besteht.
